Jörg Tauss hat nach Bekanntwerden der Vorwürfe der Staatsanwaltschaft gegen ihn sämtliche Ämter und Funktionen in Partei und Bundestagsfraktion abgegeben, sein Bundestagsmandat jedoch behalten. Daran haben einige Journalisten und Blog-Schreiber Kritik geübt wie zuletzt Hanns Schmidt auf “abgeordnetenwatch.de“.

Tauss selbst hat darauf geantwortet und darauf hingewiesen, dass der Ämterverzicht dazu gedient hat, in der Ermittlungsphase Schaden von der Partei abzuwenden, wohingegen das Niederlegen seines Mandats gleichbedeutend wäre mit einem Schuldeingeständnis. Da er sich selbst für unschuldig im Sinne der Anklage hält, sei es logisch und folgerichtig, wenn er weiterhin Mitglied des Bundestags bleiben und auch nicht auf seinen aussichtsreichen Platz 7 auf der Landesliste für die kommende Bundestagswahl verzichten will. Die Antwort verdient es, hier wiederholt zu werden:

Sehr geehrter Herr

ich halte mich nicht fuer “untragbar” und wuesste auch nicht, an welcher Stelle ich dies zum Ausdruck gebracht haette. Meine Position finden Sie auch ausfuehrlich unter www.tauss.de. Im uebrigen habe ich nicht allein den “Parteiposten” abgegeben, sondern auch meine Funktionen in der Fraktion, u.a. als Sprecher fuer Bildung, Forschung und Medien im Deutschen Bundestag, zur Verfuegung gestellt. Dies geschah auch aus dem Grund, dass ich mehr Zeit brauche, mich auch auf das gegen mich eingeleitete Verfahren besser konzentrieren zu koennen. Da ich selbstverstaendlich im Falle einer Verurteilung nicht mehr Bundestagsabgeordneter sein koennte, entspraeche umgekehrt eine Mandatsniederlegung tatsaechlich einer Schuldanerkenntnis.