tauss-telefoniert An Jörg Tauss’ Behauptung, er habe versucht, sich der Szene zu nähern, um sie besser bekämpfen zu können, wird immer häufiger Kritik geübt. Im Blog “WahrheitsEcke” schreibt Für die Verfolgung von Straftaten sind ausschließlich Polizei und Justiz zuständig. Wir kennen in Deutschland keine Selbstjustiz.”

Ich finde die Einstellung falsch, und zwar gleich aus mehreren Gründen:

Erstens gibt erstens die Verantwortung des mündigen Bürgers, die man nicht in alter Obrigkeitsstaatenmanier im nächsten Polizeirevier abgeben kann.Wer tatenlos wegschaut, wenn in der U-Bahn ein alter Mann verprügelt wird, macht sich moralisch und juristisch strafbar. Auch wenn es in Deutschland kein Samaritergesetz gibt wie in einigen US-Bundesstaaten: Jeder von uns ist gefordert, Kinderpornografie aktiv zu bekämpfen oder zu vereiteln. Und nicht nur sie, sondern jede Kriminalität.

Und zweitens es gibt die Pflicht des engagierten Volksvertreters, sich eine eigene Meinung zu dringenden gesellschaftlichen Problemen zu bilden. Ich halte die Information aus erster Hand gerade in diesem Fall für zwingend notwendig, weil der uninformierte Politiker schnell in populistische Gemeinplätze à la Familienministerin Ursula von der Layen verfällt, die offensichtlich von keiner Sachkompetenz getrübt das schon aus rein technischen Gründen sinnlose Sperren einschlägiger Websites fordert.

Wenn sie sich in der Szene auskennen würde, wüßte sie, dass die Päderasten bestens organisiert sind, also mühelos auf Ersatzsites ausweichen können. Und sie wüsste, dass es am Ende des Tages gar nicht um irgendwelche schweinischen Fotos geht - es geht um die Kinder selbst. Jeder Kripobeamte weiß, dass es in fast allen Fällen um die Vermittlung von Kinderprostitution geht. Die Foto-Angebote und Tauschbörsen sind nur das Vorfeld, in dem sich Anbieter und Kunde vorsichtig gegenseitig abtasten und kennenlernen.

Um darüber informiert und kompetent als Journalist berichten zu können oder als Politiker Entscheidungen vorbereiten zu können, muss man sich leider in diesen übelriechenden Sumpf hinabbegeben. Dass sich Jörg Tauss dazu herabgelassen hat, rechne ich ihm hoch an. Dass er jetzt hineingezogen wird, das war leider das Risiko, mit dem er jetzt leben muss.